Bericht Junior Alpbach 2018

Bericht Junior Alpach 2018

Anfang des Sommers diesen Jahres wurde mir die Frage gestellt, ob ich nicht Interesse daran hätte, an einer Veranstaltung namens „Junior Alpach“ teilzunehmen, die dieses Jahr unter dem Thema „Diversität und Resilienz“ stand. Trotz anfänglicher Skepsis lockte mich das angebotene Programm und ich bewarb mich. Mich überzeugte vor allem die Möglichkeit, mich mit anderen interessierten Jugendlichen austauschen zu können. Aber auch das Angebot, an den Plenarvorträgen teilnehmen zu können, weckte meine Neugier. Entgegen aller meiner Erwartungen überzeugte mein Motivationsschreiben und schnell stand fest, dass ich Ende August nach Tirol fahren würde.

Schon am Bahnhof in Wörgl traf ich auf die ersten weiteren Teilnehmer und schon während der Busfahrt zum Hotel verstanden wir uns prächtig. In der luxuriösen Unterkunft angekommen, verbrachten alle Teilnehmer die Zeit zusammen, bis wir zum geplanten Abendessen aufbrachen. Dort stellten sich die Veranstalter herzlichst vor und erzählten ein wenig von der Veranstaltung und ihrer Entstehung. Das erste besondere Erlebnis fand schon im Anschluss statt, als wir alle unsere Zugangspässe erhielten und den letzten Vortrag des Abends besuchen durften, welcher meine Erwartungen mehr als übertraf. Denn kurzerhand wurden wir Teil einer Abstimmung darüber, welche neue Erfindungen an einem internationalen Bewerb teilnehmen durften. Ein besonderes Angebot bot auch die „Karriere Lounge“, die den letzten Programmpunkt des Tages darstellte und in der wir mit WissenschaftlerInnen und VertreterInnen internationaler Konzerne, unter anderem auch ein Vertreter von Sony, persönlich in Kontakt kommen konnten, um Fragen zu stellen und Meinungen auszutauschen.

Am zweiten Tag fand das eigentliche Programm für uns Stipendiaten statt, wobei zu uns noch einige jüngere Teilnehmer stießen. Nach einem Input über die Veranstaltung und einer Einführung in das Thema „Diversität und Resilienz“ ging es auch schon an die erste praktische Arbeit, die daraus bestand, einen kleinen Zahnbürsten Roboter zu basteln. Nach einer kurzen Pause sollten wir schließlich in Gruppen ein „Wearable“, also etwas Tragbares, erfinden, das ein Problem des menschlichen Alltags lösen könnte. Auch Prototypen der Entwicklungen sollten dabei entstehen, die diversen Teilnehmern Alpachs vorgestellt werden sollte, von denen viele mit positiver Kritik antworteten. Von einem Armband, das Herzrhythmusstörungen frühzeitig erkannte, bis zu einer Kappe, die den Rauch von Zigaretten einfing und filterte, war alles dabei. Anschließend wurden wir mit Fragen konfrontiert und versuchten Probleme zu lösen, die mit den neuen Produkten entstehen könnten.
Damit war das offizielle Programm auch schon beendet und die restliche Zeit des Abends nutzen wir ebenfalls damit, die Plenarvorträge zu besuchen. Auch wenn manche von diesen fragwürdige Titel trugen, letztendlich standen sie alle unter dem Thema der diesjährigen Veranstaltung und stellten einen Bezug zur Technologie dar. Ganz besonders interessant war der Vortrag eines „Cyborgs“, der sich Implantate einsetzen ließ, um seismische Bewegungen zu spüren. Auch die Physik des Alltags wurde uns in einem separaten Vortrag mit viel Unterhaltung und Spaß näher gebracht.

Wie soll es anders sein, wurde von uns auch am dritten und letzten Tag jede Gelegenheit genutzt, um die letzten Vorträge anzuhören und uns in der Bibliothek umzusehen, in der die im Zuge der Veranstaltung präsentierten Bücher noch einmal vorgestellt wurden.

Letztendlich bereitet mir die Teilnahme an „Junior Alpach“ sehr viel Freude, nicht nur aufgrund der äußerst interessanten Vorträge, sondern auch, weil ich in Kontakt mit Gleichaltrigen kam, die dieselben Interessen wie ich selbst teilten. Leider fand ich das Programm teilweise nicht ganz angemessen für unsere Altersgruppe (16-19 Jahre) und es forderte uns nicht wirklich. Auch hätte ich mir gewünscht, im Rahmen der Veranstaltung selbst etwas mehr zu diskutieren und über ökonomische und ethische Faktoren zu sprechen. Es steckt also noch deutlich mehr Potenzial in „Junior Alpach“, das man mehr ausschöpfen könnte.

Obwohl ich mir vom Programm etwas mehr erhofft hätte, bin ich wirklich froh darüber, an „Junior Alpach“ teilgenommen zu haben. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und andere Sichtweisen auf gewisse Themen kennenlernen. Deshalb würde ich jedem, dem sich ebenfalls die Gelegenheit bietet, an den „Technologie Gesprächen“ in Alpach teilzunehmen, ans Herz legen, diese Möglichkeit zu nutzen.

Samanta Krupa