Vorstellung des Naturwissenschaftlichen Zweiges

Man braucht eigentlich nicht mehr darauf hinzuweisen, fast täglich kann man es in den Zeitungen nachlesen:

Die Wissenschaft leidet generell an einem Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in technischen Berufen.

Notwendig ist aber nicht nur eine gute technische Ausbildung:

Hohe soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung spielen eine immer wichtigere Rolle, also Eigenschaften, die besonders in einem Oberstufenrealgymnasium gefördert werden.

Was können wir im naturwissenschaftlichen Zweig des BORG Ried Jugendlichen anbieten?

Unsere naturwissenschaftliche Ausbildung bereitet auf eine eventuelle zukünftige naturwissenschaftliche Ausbildung besonders gut vor, indem – im Rahmen der gültigen Lehrpläne – in den Fächern Biologie und Umweltkunde, Physik und Chemie auch ein besonderer Schwerpunkt auf Bewegung und Gesundheit gelegt wird.
Durch ein fundiertes Basiswissen über die komplexen Zusammenhänge in den Naturwissenschaften wird ein hohes Maß an Flexibilität bei der späteren Berufswahl geschaffen und es wird die Förderung spezieller, von der Wirtschaft vorausgesetzter Kompetenzen unterstützt.

 MATHEMATIK

Moderne Mathematik bedeutet nicht „Rechnen“, das erledigt jeder Taschenrechner und Computer problemlos. Mathematik ist das Erkennen von Mustern und Strukturen, daher dringt die Mathematik in immer mehr Lebensbereiche ein.

Zahlen haben die Menschen schon in der Antike interessiert, aber wer hätte denn daran gedacht, dass es gerade die Primzahlen sind, die das Internet-Banking durch geeignete Verschlüsselung sicher machen? Und wer hätte geglaubt, dass mathematische Algorithmen Grundlagen des Programmierens und dass mathematische Modelle für die Simulation erforderlich sein würden?

„Der goldene Schnitt“ – ein wichtiger Begriff in der Kunst – beruht auf elementaren mathematischen Grundlagen.
Obwohl das Unterrichtsfach Mathematik nicht gerade am beliebtesten ist, spielt es im Fächerkanon fast aller Schultypen eine wesentliche Rolle.

Viele entdecken die Liebe zur Mathematik erst dann, wenn sie sich intensiver damit beschäftigen.

 

PHYSIK

Jedes neue Auto ist heute mit ABS ausgestattet und wir nehmen es als selbstverständlich hin. Manche fürchten sich zwar vor den Handy-Strahlen, trotzdem benutzt fast jede und jeder ein Smartphone. Und wir erwarten von Politikern, dass diese sinnvolle Grenzwerte festlegen.

Der technologische Fortschritt geht weiter, ohne dass wir Einfluss nehmen können. Dahinter stecken jedoch physikalische Gesetze, die die Grundlage für die Entwicklung bilden. Auch wenn die Anwendungen sogar dann funktionieren, wenn wir die physikalischen Gesetze nicht verstehen, sind trotzdem grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse von Vorteil.

Es geht nämlich darum, gefährliche Entwicklungen und Risiken rechtzeitig zu erkennen, Ängste abzubauen und demokratisch mitzubestimmen.

 

WAHLPFLICHTFACH BIOLOGIE

Das Wahlpflichtfach Biologie richtet sich an alle, die Interesse an der Biologie, Freude am Experimentieren und an der Naturbeobachtung haben und sich in spezielle Themen vertiefen wollen. Folgende Schwerpunkte werden angeboten (nach Wunsch der Schüler erweiterbar):

1.       Erlernen wichtiger naturwissenschaftlicher Arbeitsmethoden, wie Mikroskopieren (inklusive Herstellen auch aufwändiger Präparate), Präparieren und Sezieren (Auge, Niere, Herz, Kniegelenk, Fisch, …)

2.       Versuche und Experimente zur Pflanzen-, Tier und Menschenkunde (Verdauungsenzyme, Sinnesorgane, Keimversuche – Qualitätsbestimmung von Blumenerde, Verhaltensstudien mit Tieren,…)

3.       Arbeiten mit Bestimmungsschlüsseln und dadurch Artenkenntnisse erwerben.

4.       Durchführen von chemischen Analysen, wie Vitamin C-Bestimmung in Lebensmitteln, Wasseranalysen, Lebensmitteluntersuchungen und Blutgruppenbestimmung (mit Modellblut).

5.       Besondere Projekte, wie Bierbrauen, Herstellung von Hautcremen, Freilandarbeit im Stadtpark (Bestimmung von Wasserorganismen), Wald erleben und verstehen (unterwegs mit einem Waldpädagogen), Präparation eines Skeletts,  Gesteinskunde und Geologie Österreichs (wirtschaftlich wichtige Gesteine), Paläontologie, 1-tägiger Gentechnikkurs mit Forschern von der Fachhochschule Hagenberg (nur 7. und 8. Klasse).

6.       Vertiefende Literaturarbeit zu Spezialthemen: Erarbeitung von Referaten (Recherche, Analyse, Präsentation).

7.       Exkursionen: Zooexkursion mit Zoopädagogischer Führung, Fossiliensuche, Blutzentrale in Linz, Kläranlage in Ried, Rieder Brauerei, Holzmuseum in Riedau, Fischzuchtanstalt in Scharfling / Mondsee, Steinmetzbetrieb.

CHEMIE

Beim Essen, beim Sonnenbaden, beim Schwimmen, beim Fliegen, beim Chatten, Chemie ist überall!
Im Alltag begegnen uns chemische Produkte und Prozesse mit einer Selbstverständlichkeit, die uns selten noch zum Nachdenken über das Warum und Wieso anregt.

Mit mehr Unterrichtseinheiten als im bildnerischen und musischen Zweig soll der Chemieunterricht im Verbund mit Biologie, Mathematik und Physik auf exemplarische Weise einen Einblick in die Vielschichtigkeit chemischer Prozesse bieten und Jugendliche dazu anregen, diese Vorgänge zu hinterfragen.

Durch verstärkte Beschäftigung mit den Grundgesetzen chemischer Prozesse in der 7. Klasse, ist es möglich, sich in der 8. Klasse vertiefend mit Themen wie den chemischen Grundlagen der Vererbung, Ernährung und Stoffwechsel auseinander zu setzen.

Zusätzlich wird durch anschauliche Experimente und durch Exkursionen zu wichtigen Chemiestandorten Österreichs ein Bewusstsein für die „Chemie im täglichen Leben“ geschaffen.

WAHLPFLICHTFACH CHEMIE

Das Ziel des WPG Chemie ist es, Schülern mit besonders großem Interesse an chemischen Abläufen und praktischen Übungen eine Erweiterung bzw. Vertiefung ihres chemischen Wissens zu bieten.

Hierbei wird ein Schwerpunkt sowohl auf die Präsentation von eigenen Projekten als auch auf das praktische Arbeiten gelegt. Somit wird den Schülern vermehrt Gelegenheit geboten, bereits erworbene Kenntnisse anhand ausgewählter Experimente durch selbstorganisiertes Planen, Arbeiten im Team, Durchführen und Auswerten zu vertiefen und sich somit auf eventuelle technische Weiterbildung vorzubereiten.

DARSTELLENDE GEMOETRIE

Was ist darstellende Geometrie?

„Darstellende Geometrie ist …“ Solche Definitionen komplexer Gebiete sind schwierig, da sie meist vereinfachend sind. In der DG wird gezeichnet. Aber: So wie Mathematik mehr ist als Rechnen, ist auch DG mehr als Zeichnen.

Das Fach beschäftigt sich mit zwei Problemstellungen:

Wie teilt man 3-dimensionale Objekte richtig mit?
Wie löst man Aufgaben über 3-dimensionale Objekte?

Dabei sind Skizzen und Konstruktionen der Sprache weit überlegen.

In der letzten Zeit hat die Entwicklung von CAD-Programmen die DG stark verändert und neue Möglichkeiten eröffnet, die dem Konstruieren mit Zirkel und Lineal überlegen sind.
Fotorealistische Darstellungen komplexer Objekte sind möglich geworden.

Ziele des DG-Unterrichts:

  • ·         Weiterentwicklung der Raumvorstellung und des konstruktiven Raumdenkens
  • ·         Analyse und Lösung räumlicher Probleme
  • ·         Anfertigung von geometrisch richtigen Skizzen räumlicher Objekte sowie Lesen und herstellen von einfachen Rissen räumlicher Gebilde einerseits
  • ·         Befähigung zur Verwendung zeitgemäßer 3D-CAD Software andererseits: Modellieren abstrakter und angewandter Objekte aus Technik, Architektur und Kunst sowie Darstellung komplexerer Objekte in verschiedenen Rissen.

Stundenausmaß:

2 Einheiten in der 7. Klasse
2 Einheiten in der 8. Klasse

Befähigung:

Der positive Abschluss des Unterrichtsfaches Darstellende Geometrie ist Voraussetzung für verschiedene Studienrichtungen (technische Studien oder Architektur). Zudem wird von der Firma Bentley eine Bestätigung über den erfolgreichen Besuch eines CAD-Kurses ausgestellt.